Liebe Krähe, wir danken dir!

Die kluge Krähen können zehn bis 15 Jahre alt werden. Unsere Werkstatt Krähe – Raum für Kreative, bereitet sich nun, in ihrem 27. Lebensjahr, selbstbestimmt auf ihre Metamorphose vor.

Liebe Krähe, möge deine Verwandlung gelingen!

Im Jahr 1999 hatte die Krähe entschieden, ihr Nest in der Westbahnstraße Nummer sieben zu bauen. Über lange Jahre war dort auch ein Eisenwaren-Geschäft samt riesigen Lagerräumen im Hof angesiedelt gewesen. Der Hof und auch die Gegend waren damals etwas verschlafen. Efeu schmückte die Fassade. Wilder Wein kletterte die hohen Hauswände hinauf und bezauberte nicht nur im Herbst mit seinem Farbenspiel in Rot, Braun und Grün. Was für eine Freude für die Augen und die Seele! Heute ist der Hof voller Leben. Allen, die das Haus bewohnen, liegt es sichtlich am Herzen, den Hof als blühende Oase zu gestalten, zu pflegen und zu erhalten. Diese Schönheit erlebe ich jedes Mal als Geschenk, wenn ich den Hofes eintrete. Der riesige Götterbaum ragt bereits über die Hausdächer, und seine großen gefiederten Blätter spenden Schatten. Trotzdem gelangt auch im zweiten Stock immer noch genügend Licht in die Räumlichkeiten der Werkstatt Krähe. 

Wie gemacht für den kräftig gebauten Rabenvogel befindet sich das “Nest”, der  Raum für Kreative, im obersten Stockwerk: lichtdurchflutet und gut belüftbar. Wir Menschenwesen gelangen natürlich zu Fuß über die Wendeltreppe hinauf zur rabenschwarzen Eingangstür. Dieselbe Farbe haben auch der Boden der Theaterbühne und der Vorhang. Ja! Die Werkstatt Krähe bot sich optimal für Theaterproben an: Wenn man eine Schiebetür öffnete, wurde der große Raum zu einer echten Bühne mit Scheinwerfen. Zwei Jahrzehnte lang probte hier die Theatergruppe Chronos, es wurden auch Stücke aufgeführt und unterschiedliche Kunstschaffende nutzten die Räumlichkeiten als Atelier. Körperkünstler:innen mit ihren Gruppen belebten die Krähe. Heilsame und kreative Kräfte entfalteten sich. Zusätzlich zum Seminarraum gab es das Krähe-Wohnzimmer und weitere Nebenräume. Die Krähe-Hüterin des Ortes, Biggi, gestaltete die Krähe mit ausdrucksvollem Dekor: Figurinen, Statuen, Fotos und Bilder von Theateraufführungen, Wandtextilien, Teppichen, unterschiedlichen Sitzgelegenheiten. Biggi verströmte bei jeder Begegnung Vertrautheit, Leichtigkeit und Lust. In der Krähe fühlten sich alle sofort zu Hause. Für mich, als Krähe-Mieterin war es ein wunderbar freier Wirkungsort, für den ich dankbar bin. 

Luna Yoga Energien waren hier stets willkommen. Die Begründerin des jungen europäischen Yogastils, Adelheid Ohlig, zog hier über mehr als zehn Jahren Scharen von Frauen aus ganz Europa an. Sie unterrichtete wochenweise, Kolleginnen Doris und Christa gaben fortlaufenden Kurse. Von den Anfängen an nahm ich in der Krähe an Körperkunst-Seminaren teil und war während der letzten 20 Jahre als Luna Yoga Lehrerin tätig. Unter der Woche bot ich an zwei Abenden fortlaufende Kurse an, an Wochenenden Seminare oder auch Rituale. Mit meinen fünf Jahresgruppen übten wir an zehn Wochenenden pro Trainingsjahr Yoga und genossen zudem Sonntagsbrunch und Vorträge. Optimal war die Krähe auch für die Ausbildungsseminare zum Thema Sprachbewusstheit: Am großen Tisch schrieben wir „Morgenseiten”, auf der Bühne trugen wir Gedichte vor, im großen Raum übten wir Luna Yoga. Darüber hinaus war die Krähe auch ein inspirierender Raum für Luna Yoga Einzelstunden. 

Es gäbe so viel zu erzählen! Bestimmt erinnert sich jede Einzelne von uns, die zum Luna Yoga in die Krähe gekommen war, an eine ganz besondere Geschichte oder ein spezielles Erlebnis. Am 31. Mai ab 14:40 Uhr haben wir nun die Möglichkeit, unsere persönlichen Krähe-Geschichten den teilnehmenden Luna Yoginis und der Krähe mit Wertschätzung zu erzählen. Darüber freut sich die Krähe bestimmt!

Die Krähe-Energien und unsere Energien waren fast drei Jahrzehnte wunderbar miteinander verwoben. Wir prägten die Krähe und die Krähe prägte uns. Jetzt aber ist es Zeit, unsere Krähe-Bindung bewusst zu lösen. Leer und frei zu werden.

Kommen wir also noch einmal in der Krähe zusammen – bei Vollmond, am Samstag, den 31. Mai! Verabschieden wir uns von der Krähe: Erzählen wir erlebte Krähe-Geschichten. Lauschen wir. Schweigen wir. Gestalten wir gemeinsam ein Löseritual von 14:40 bis ca. 16:30 Uhr. Wenn du nicht teilnehmen kannst oder möchtest, kannst du mir auch ein paar Zeilen schicken, die wir dann gern vorlesen werden. 

Infos und Anmeldungen bitte bis 27. Mai hier  

In Vorfreude auf eine Begegnung grüßt, von Herzen, Gyöngyi